La Serenissima

Wie soll man sich einer Stadt nähern, über die soviel gesagt, soviel geschrieben wurde, wie Venedig? Ich hatte mir eine Reise dorthin immer für eine besondere Gelegenheit „aufgehoben“, bis mir klar wurde, dass das Unfug ist. Also nahm ich den Nachtzug, die Fahrt ging schnell, schon konnte ich La Serenissima erblicken (Bilder anklicken):

Mit ein wenig Verspätung bin ich gegen 9.15 Uhr im Bahnhof Santa Lucia angekommen. Als ich aus dem Bahnhof trat, konnte ich es kaum fassen: Da war niemand. Naja: fast niemand. Bin ich richtig hier? Ist das das Venedig? Aber natürlich lag es an Uhr- und Jahreszeit. Wer reist auch schon zwischen den Jahren nach Venedig?

Meine Pension lag einen knappen Kilometer vom Bahnhof entfernt im Sestiere Dorsoduro. Das Haus war wie viele Häuser hier: von außen ziemlich heruntergekommen. Innen aber will es natürlich ein jeder gemütlich haben… So gab ich nur schnell meinen Rucksack ab, griff Notizbuch und Kamera, um mich in der Stadt zu verlaufen – und diese vermutlich eher seltenen Momente des Alleineseins voll auszukosten.

Natürlich wurden die Menschen irgendwann auch mehr. Nachdem es zunächst überwiegend die einheimische, arbeitende Bevölkerung war, die ich gesehen hatte, kamen immer mehr kamerabewaffnete Touristen aus Ihren Hotelzimmern, um den Tag durch ihre Objektive zu berüßen. So wie ich selbst ja auch. Doch selbst auf dem Canal Grande war noch nicht viel los:

In Richtung Markusplatz wurde es dann natürlich voller – geschuldet der vorangeschrittenen Stunde, ebenso wie der Tatsache, dass hier natürlich irgendwann einmal alle Venedigreisenden „landen“. Tauben: zum Glück nur wenige. Busgruppen: auch nur wenige. Menschen: ein paar mehr, aber trotzdem noch alles sehr überschaulich und … schön!

Der Versuch im Café Florian auch auf der Terrasse einen Cappucino serviert zu bekommen scheiterte – obwohl es recht mild war an diesem 26. Dezember. Zumal mir mein Gastgeber schon angedeutet hatte, dass ich einfach durchgehen und zur Bar gehen könne, um wieder einen halbwegs normalen Preis für meinen Caffè zu zahlen… beim nächsten Mal vielleicht.

Ich bin dann noch ein wenig durch die Stadt gelaufen an diesem ersten Tag, muss jedoch zugeben, dass die Touristen nun anscheinend fast alle erwacht und auf den Beinen waren, und mir meinen Spaß ein wenig zu vergällen geschafft hatten. Es wurde voll. Unangehm voll, sodass ich das Weite suchte und die Flucht nach vorne ergriff.

Lediglich die Rialto-Brücke wollte ich an diesem Tag noch sehen – den Markusturm hatte ich (wie auch viele andere Touristen) wegen des Nebels ausgelassen, sah man doch kaum seine Spitze. Nachdem ich mich also durch die nun doch etwas volleren Gassen gequält hatte, kam sie dann auch schon. Viel wuchtiger und mächtiger, als ich sie erwartet hatte. schön, aber voll. Der Blick von oben herunter ist mein Lohn:

Literaturempfehlungen

Wer mich kennt weiß, dass ich mich gerne intensiv mit einem Reiseziel beschäftige, bevor ich vor die Tür gehe. Mit Amazon, Ebay und Eurobuch gibt es inzwischen Marktplätze, auf denen sich fast alles finden lässt, was das Herz begehrt. Gerade zur Reisevorbereitung ist es immer interessant, einmal in den alten Reiseführern zu stöbern, die teilweise viel schönere Karten und Beschreibungen enthalten, als all die neuen, multimedial angehauchten…

Aber ich möchte mich garnicht in müßigen Diskussionen verlieren und nur kurz andeuten, dass jedem, dem die wenigen obigen Zeilen und Bilder gefallen haben, vermutlich auch die beiden folgenden Beschreibungen zusagen werden. Die im Ortheil genannten Locations sind für meinen Geschmack inzwischen teilweise etwas zu „hip“ geworden oder existieren nicht mehr. Die Beschreibungen im zweiten Buch decken sich mit meinen eigenen Erfahrungen und ich habe viele der dort beschriebenen Orte gesehen und mitunter spontan (und ohne Kenntnis des Buches) als etwas Besonderes empfunden.

  • Ortheil, Hanns-Josef: Venedig: eine Verführung.
  • Haustedt, Birgit: Das schöne Gegengewicht der Welt: Mit Rilke durch Venedig.
Rechts neben diesem Café hatte Rilke 1907 bei den Romanellis logiert.

Alle Fotos wurden mit einer Leica D-Lux aufgenommen und mit einem Filter der Nik-Collection nachbearbeitet. Ich danke Ludovico Einaudi für seine inspirierende musikalische Untermalung meiner Reisenachbereitung

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Kommunikationshygiene!

Da war es wieder. Völlig unerwartet. Silvester. Und damit auch das Wir-haben-uns-alle-so-lieb-Phänomen. Plötzlich kommen Nachrichten auf allen Kanälen: Von der Familie, Von Freunden. Von Menschen die denken, sie wären Freunde. Von den Kollegen natürlich, mitunter aber sogar von Fremden. Kurzum: Von jedem, der sich aus welchem Grunde auch immer an uns erinnert und auf diese Weise vielleicht auch einfach nur mal wieder „Hallo“ sagen möchte, weil der Kontakt vielleicht lange eingeschlafen oder sogar ganz abgerissen war.

Und das ist eigentlich auch eine schöne Sache, denn es gibt einem das Gefühl, Teil von etwas zu sein. Bedeutung zu haben für andere. Denkt man. Aber dann kommen sie auch schon, uns das Gegenteil zu beweisen:

diese ach-so-lustigen, schnell mal unkommentiert weitergeleiteten Bilder/Filme.

Ist euch eigentlich klar, was ihr mir mit dem unkommentierten Weiterleiten eines Bildes oder Filmes zeigt und sagt? Dass Ihr mir eigentlich signalisiert, dass ihr garnicht schreiben wollt oder nichts zu schreiben wisst? Aber dann lasst es doch bitte einfach! Ich sitze doch nicht hier und warte gerade auf eine Nachricht von euch. Keine Nachricht ist besser als dieser ganze ungewollte Schrott, der nur das Internet „verstopft“.

Also tut mir und euch in Zukunft einfach einen großen Gefallen: Treibt ein wenig Kommunikationshygiene! Schreibt, wenn ihr schreiben wollt, sendet selbstgemachte Fotos (auf Filme kann zumindest ich verzichten) mit erklärenden Nachrichten und lasst uns auf diesem Wege in Verbindung bleiben und diese große Freiheit und Errungenschaft der Technik sinnvoll, bedacht und intelligent nutzen.

Aber bitte leitet mir nie wieder unkommentiert irgendwelches Zeug weiter, denn das wird entweder zu Nachfragen, zu Diskussionen oder – schlimmstenfalls – dazu führen, dass ihr aus meinem Adressbuch verschwindet… Aber das wollen wir doch beide nicht? Hoffe ich!

Und deshalb erkläre ich es schon heute, am Neujahrstage, zu meinem ganz persönlichen Wort des Jahres 2019: Kommunikationshygiene!

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Das Internet in der Röhre!

Fuhlsbüttel 2017. Ich sitze in einer Pizzeria. Das Radio dudelt. Radio? Links neben mir im Regal steht eines. Aber das ist (leider) stumm. Ein Grundig-Röhrenradio, vermutlich 60er Jahre. Auf jeden Fall hat es ein Auge. Wer weiß heute noch, was das ist? Das magische Auge! Kindheitserinnerungen kommen hoch. Die Weltkarte als Senderskala. Mit der Antenne durch den Raum tänzeln, um den besten Empfang zu „erwischen“. 

Noch am gleichen Abend mache ich mich im Internet auf die Suche – und werde fündig! Ein frisch restauriertes Grundig-Radio von 1956 ist mein! Zurück in Nürnberg kann ich es dann bald in Empfang nehmen und genieße seitdem seinen warmen Klang.

Am 1. Advent 2018 nun war ich zu einer Fortbildung in München. Werk 3 am Ostbahnhof. Dort gibt es ein Café, in dem das aktuelle Magazin der Murnauer Kaffeerösterei auslag. Mit einem schönen Artikel über Röhrenradios. Und über einen Radiotechniker, der sich nicht damit abfinden wollte, dass diese Schätze unserer Jugend einfach entsorgt werden. Detlef Vangerow hat sich auf die Reparatur von Elektrogeräten spezialisiert und bietet über seine Website Vangerow.de neben bereits restaurierten Geräten auch Angebote für die Restaurierung und einen Umbausatz, wenn man sein Radio selbst „aufrüsten“ möchte.

Am gleichen Tag bestelle ich mir diesen. Zusammen mit der gut verständlichen Anleitung habe ich meinen Schatz dann am Nachmittag des 2. Advent zu einem WLAN-fähigen Internetradio umgebaut. Minimalinvasiv und versteckt verbaut – über den Tonabnehmer an den Verstärker des Radios angeschlossen:

Auch ein USB-Anschluss und WLAN sind an Bord.

Was soll ich sagen. Es läuft. Und auch wenn ich meistens dem originalen Röhrenradio zuhöre – mehr Sender gibt es eben doch übers Interet und manchmal schalte ich um.

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Ich steh drauf!

Auf dem Kemptener Weihnachtsmarkt stolperte ich über obige gusseiserne Platte im Pflaster. Aber ich fürchte, es geht Ihnen wie mir. Mit Wetzlar assoziieren die meisten vermutlich etwas anderes, als Herkules. Hat eher mit Linsen und Fotografie zutun…

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Willkommen im Schulauer Hafen. Willkommen in Hamburg!

Neulich war ich in Wedel. Ein schöner Ort im Westen Hamburgs an der Elbe gelegen. Dort wird seit 1952 eine etwas ungewöhnliche Tradition gepflegt: Man begrüßt jedes einlaufende Schiff mit einigen Takten der Nationalhymne des Heimatlandes und verkündet die wichtigsten technischen Daten des Schiffes. Hierzu wurde am Schulauer Fährhaus eigens eine Schiffsbegrüßungsanlage „Willkom Höft“ errichtet und man kann sich den Tag mit  Fischbrötchen, Getränken und Geschichten vertreiben… Und wer gerade nicht zuhört, kann hier lesen, welche Schiffe gerade ein- und auslaufen.

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