Kommunikationshygiene!

Da war es wieder. Völlig unerwartet. Silvester. Und damit auch das Wir-haben-uns-alle-so-lieb-Phänomen. Plötzlich kommen Nachrichten auf allen Kanälen: Von der Familie, Von Freunden. Von Menschen die denken, sie wären Freunde. Von den Kollegen natürlich, mitunter aber sogar von Fremden. Kurzum: Von jedem, der sich aus welchem Grunde auch immer an uns erinnert und auf diese Weise vielleicht auch einfach nur mal wieder „Hallo“ sagen möchte, weil der Kontakt vielleicht lange eingeschlafen oder sogar ganz abgerissen war.

Und das ist eigentlich auch eine schöne Sache, denn es gibt einem das Gefühl, Teil von etwas zu sein. Bedeutung zu haben für andere. Denkt man. Aber dann kommen sie auch schon, uns das Gegenteil zu beweisen:

diese ach-so-lustigen, schnell mal unkommentiert weitergeleiteten Bilder/Filme.

Ist euch eigentlich klar, was ihr mir mit dem unkommentierten Weiterleiten eines Bildes oder Filmes zeigt und sagt? Dass Ihr mir eigentlich signalisiert, dass ihr garnicht schreiben wollt oder nichts zu schreiben wisst? Aber dann lasst es doch bitte einfach! Ich sitze doch nicht hier und warte gerade auf eine Nachricht von euch. Keine Nachricht ist besser als dieser ganze ungewollte Schrott, der nur das Internet „verstopft“.

Also tut mir und euch in Zukunft einfach einen großen Gefallen: Treibt ein wenig Kommunikationshygiene! Schreibt, wenn ihr schreiben wollt, sendet selbstgemachte Fotos (auf Filme kann zumindest ich verzichten) mit erklärenden Nachrichten und lasst uns auf diesem Wege in Verbindung bleiben und diese große Freiheit und Errungenschaft der Technik sinnvoll, bedacht und intelligent nutzen.

Aber bitte leitet mir nie wieder unkommentiert irgendwelches Zeug weiter, denn das wird entweder zu Nachfragen, zu Diskussionen oder – schlimmstenfalls – dazu führen, dass ihr aus meinem Adressbuch verschwindet… Aber das wollen wir doch beide nicht? Hoffe ich!

Und deshalb erkläre ich es schon heute, am Neujahrstage, zu meinem ganz persönlichen Wort des Jahres 2019: Kommunikationshygiene!

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Das Internet in der Röhre!

Fuhlsbüttel 2017. Ich sitze in einer Pizzeria. Das Radio dudelt. Radio? Links neben mir im Regal steht eines. Aber das ist (leider) stumm. Ein Grundig-Röhrenradio, vermutlich 60er Jahre. Auf jeden Fall hat es ein Auge. Wer weiß heute noch, was das ist? Das magische Auge! Kindheitserinnerungen kommen hoch. Die Weltkarte als Senderskala. Mit der Antenne durch den Raum tänzeln, um den besten Empfang zu „erwischen“. 

Noch am gleichen Abend mache ich mich im Internet auf die Suche – und werde fündig! Ein frisch restauriertes Grundig-Radio von 1956 ist mein! Zurück in Nürnberg kann ich es dann bald in Empfang nehmen und genieße seitdem seinen warmen Klang.

Am 1. Advent 2018 nun war ich zu einer Fortbildung in München. Werk 3 am Ostbahnhof. Dort gibt es ein Café, in dem das aktuelle Magazin der Murnauer Kaffeerösterei auslag. Mit einem schönen Artikel über Röhrenradios. Und über einen Radiotechniker, der sich nicht damit abfinden wollte, dass diese Schätze unserer Jugend einfach entsorgt werden. Detlef Vangerow hat sich auf die Reparatur von Elektrogeräten spezialisiert und bietet über seine Website Vangerow.de neben bereits restaurierten Geräten auch Angebote für die Restaurierung und einen Umbausatz, wenn man sein Radio selbst „aufrüsten“ möchte.

Am gleichen Tag bestelle ich mir diesen. Zusammen mit der gut verständlichen Anleitung habe ich meinen Schatz dann am Nachmittag des 2. Advent zu einem WLAN-fähigen Internetradio umgebaut. Minimalinvasiv und versteckt verbaut – über den Tonabnehmer an den Verstärker des Radios angeschlossen:

Auch ein USB-Anschluss und WLAN sind an Bord.

Was soll ich sagen. Es läuft. Und auch wenn ich meistens dem originalen Röhrenradio zuhöre – mehr Sender gibt es eben doch übers Interet und manchmal schalte ich um.

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Ich steh drauf!

Auf dem Kemptener Weihnachtsmarkt stolperte ich über obige gusseiserne Platte im Pflaster. Aber ich fürchte, es geht Ihnen wie mir. Mit Wetzlar assoziieren die meisten vermutlich etwas anderes, als Herkules. Hat eher mit Linsen und Fotografie zutun…

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Willkommen im Schulauer Hafen. Willkommen in Hamburg!

Neulich war ich in Wedel. Ein schöner Ort im Westen Hamburgs an der Elbe gelegen. Dort wird seit 1952 eine etwas ungewöhnliche Tradition gepflegt: Man begrüßt jedes einlaufende Schiff mit einigen Takten der Nationalhymne des Heimatlandes und verkündet die wichtigsten technischen Daten des Schiffes. Hierzu wurde am Schulauer Fährhaus eigens eine Schiffsbegrüßungsanlage „Willkom Höft“ errichtet und man kann sich den Tag mit  Fischbrötchen, Getränken und Geschichten vertreiben… Und wer gerade nicht zuhört, kann hier lesen, welche Schiffe gerade ein- und auslaufen.

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Wurstprobe: Das ahle Niveau.

Ja. Ich bin glücklich hier in Franken. Die Lebenshaltungskosten sind niedrig, die Lebensqualität ist hoch. Das Sauerteigbrot und der Silvaner unvergleichbar, die Vielfalt der Biere unerreicht.
Aber heute geht es um die Wurst. Und zwar um eine ganz spezielle – die Ahle Wurst, auch Stracke genannt …die Mettwurst meiner Heimat eben, der Göttinger Gegend. Die gibt es hier leider nicht. Und ich vermisse sie sehr. 2007 gab es einen schönen Artikel in der Zeit Nr. 46.

Neulich war ich wieder dort oben… im Norden. Und so habe ich einfach ein paar Würste eingekauft, um die Probe aufs Exempel zu machen. Denn die ursprünglich beste Ahle kam aus dem Nachbardorf meiner Großmutter. Nur dass sie – seit der Sohn die Schlachterei übernommen hatte – eben nichts mehr war außer eben … schlecht. Da ich wusste, dass mein Bruder aus geheimen Quellen eine gute Stracke organisiert hatte, wollte ich schauen, ob ich nicht doch nur einem Gerede aufgesessen bin. Zum Vergleich (siehe Foto) habe ich dann einen Landjäger aus dem lokalen Supermarkt und eine Davoser Hartwurst dazugelegt. Dann die Ahle von besagtem Schlachter, seine eigentliche Mettwurst und die geheime Stracke.

Und was soll ich sagen. Der Landjäger war wirklich schrecklich. Eine Beleidigung des Gaumens. Industriedreck. Muss man leider so sagen. Die schweizer Hartwurst war OK, aber auch nichts Besonderes. Eher in Richtung Salami, ohne deren Finesse und Würze zu erreichen.
Die Ahle war bestenfalls OK. Der Charakter kommt durch, aber es fehlt Tiefe und Nachhaltigkeit im Geschmack. Die Mettwurst – das eigentliche Ziel dieser Wurstprobe – war im Gegensatz zur Ahlen tatsächlich gut! Im Gegensatz zu den letzten, mir schrecklich in Erinnerung gebliebenen Versionen der gleichen Wurst auf einmal (fast) wieder der alte Geschmack! Die geheime Stracke war gut (wie erwartet), aber diesmal leider viel zu jung. Fett und schmierig. Ein echter „Kindermord“, wie ich gerne sage. Aus ihr würde noch was tolles werden, äße man sie nicht schon jetzt…

Fazit also: Die geheime Stracke war die Beste Wurst und müsste nur noch a weng hängen… dicht gefolgt von der Mettwurst des Nachbardorf-Metzgersohnes, die fast so wie früher ist, aber eben noch etwas Finesse benötigt, um den alten Glanz zu erreichen… Was war da geschehen? Hatte der Sohn erst jetzt das Rezept seines Vaters gefunden und verwendet? Oder hatte er gemerkt, dass seine (bisherige) Stracke/Mettwurst nichts war (weil es ihm doch mal irgendwer gesagt hatte)? Ist eigentlich völlig egal. Hauptsache er macht weiter so! Vielleicht schafft er es, das ahle Niveau seines Vaters zu erreichen… ich wünsche es ihm!

Ach so. Und für alle, die das hier nicht verstehen: Macht nix. Man kann auch ohne Ahle glücklich werden. Vielleicht nur nicht ganz so glücklich…

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