Das Internet in der Röhre!

Fuhlsbüttel 2017. Ich sitze in einer Pizzeria. Das Radio dudelt. Radio? Links neben mir im Regal steht eines. Aber das ist (leider) stumm. Ein Grundig-Röhrenradio, vermutlich 60er Jahre. Auf jeden Fall hat es ein Auge. Wer weiß heute noch, was das ist? Das magische Auge! Kindheitserinnerungen kommen hoch. Die Weltkarte als Senderskala. Mit der Antenne durch den Raum tänzeln, um den besten Empfang zu „erwischen“. 

Noch am gleichen Abend mache ich mich im Internet auf die Suche – und werde fündig! Ein frisch restauriertes Grundig-Radio von 1956 ist mein! Zurück in Nürnberg kann ich es dann bald in Empfang nehmen und genieße seitdem seinen warmen Klang.

Am 1. Advent 2018 nun war ich zu einer Fortbildung in München. Werk 3 am Ostbahnhof. Dort gibt es ein Café, in dem das aktuelle Magazin der Murnauer Kaffeerösterei auslag. Mit einem schönen Artikel über Röhrenradios. Und über einen Radiotechniker, der sich nicht damit abfinden wollte, dass diese Schätze unserer Jugend einfach entsorgt werden. Detlef Vangerow hat sich auf die Reparatur von Elektrogeräten spezialisiert und bietet über seine Website Vangerow.de neben bereits restaurierten Geräten auch Angebote für die Restaurierung und einen Umbausatz, wenn man sein Radio selbst „aufrüsten“ möchte.

Am gleichen Tag bestelle ich mir diesen. Zusammen mit der gut verständlichen Anleitung habe ich meinen Schatz dann am Nachmittag des 2. Advent zu einem WLAN-fähigen Internetradio umgebaut. Minimalinvasiv und versteckt verbaut – über den Tonabnehmer an den Verstärker des Radios angeschlossen:

Auch ein USB-Anschluss und WLAN sind an Bord.

Was soll ich sagen. Es läuft. Und auch wenn ich meistens dem originalen Röhrenradio zuhöre – mehr Sender gibt es eben doch übers Interet und manchmal schalte ich um.

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