Camera Obscura

Es ergab sich rein zufällig, dass ich im Januar 2022 über eine Ausstellung des Künstlers Günter Derleth im Kunsthaus Nürnberg auf den zugehörigen Workshop gestoßen bin.
Nach einer kurzen Führung konnte sich jeder Teilnehmer eine oder zwei Kameras leihen, um ein Foto zu machen. Ich hatte mir als Motiv gleich den Handwerkerhof ausgesucht:

Die Kameras waren mit Fotopapier „geladen“ und einsatzbereit, sodass wir gleich loslegen konnten und ich mit der kleinen Kamera begann: kaum größer als eine Streichholzschachtel:

Das Ergebnis war mit 4 Sekunden Belichtung überraschend gut. Da das Loch in der Blende mit einer normalen Nadel gestochen, also recht groß war, ist das Bild relativ unscharf. Die geringe Tiefe der Schachtel (ca. 12mm) ergab als Brennweite der Kamera natürlich ein ziemliches weit aufgefächertes Bild, das man gespiegelt und invertiert besser erkennt.

Mit der großen Panettone-Kamera fotografiert, erkennt man hier sehr schön den „Zoom-Faktor“ durch die höhere Brennweite (ca. 200mm) – das Treppengeländer ist im ersten Bild gerade noch so in der Mitte des unteren Bildrandes erkennbar.

Die der Camera Obscura zugrundeliegende Physik wird im Wikipedia-Artikel gut erklärt.

Ich habe mir zum Testen eine Lochblende für meine Digitalkamera bestellt… und bin schon auf weitere (digitale) Experimente gespannt.

Inzwischen habe ich auch eine analoge Leica CL, sodass ich meine Experimente mit der Lochblende fortsetzen kann.